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Selbsthilfe

Die Selbsthilfe ist ein sehr wichtiges Hilfsmittel, Probleme in den Griff zu bekommen. Die Form dieser Hilfe ist ein Austausch unter Menschen, die jeweils das gleiche Problem haben und Lösungswege untereinander vermitteln.

Zum Beispiel bei der Alkoholkrankheit sind viele Grundbausteine, die ein Leben ohne Alkohol ermöglichen können, gleich oder sehr ähnlich. Menschen, die ihren Weg zur absoluten Abstinenz schon gefunden haben, können anderen Hilfesuchenden ihre Lösungswege aufzeigen. Fehler, die jemand auf dem Weg zur Abstinenz schon gemacht hat, brauch ein anderer Betroffener nicht zu wiederholen.

Eigentlich hört sich das ganz einfach an. Jeder Alkoholkranke bräuchte nur auf die Erfahrungen von bereits trocken lebenden Alkoholikern zu hören und könnte auch ohne Alkohol leben.

Da die Alkoholabhängigkeit auch eine geistige Erkrankung ist, fällt es den meisten Betroffenen der Alkoholsucht sehr schwer, einfach zu vertrauen. Sie können die Notwendigkeit vieler Dinge, wie zum Beispiel ein alkoholfreies Zuhause, ein alkoholfreies Umfeld und das Meiden von Orten, die hauptsächlich dem Alkoholkonsum dienen, nicht verstehen.

Ein alkoholkranker Mensch, der lange Alkohol konsumiert hat, hat sich über viele Jahre ein Leben aufgebaut, dass sich nach dem Alkoholkonsum richtet. Je nach dem Entwicklungsstand seiner Alkoholkrankheit hat sich das Umfeld so ausgerichtet, dass er oder sie ungehindert seinem Alkoholkonsum nachgehen konnte. Menschen, die in der unmittelbaren Umgebung waren, wurden bewusst so ausgesucht, dass keine Fragen über den Alkoholkonsum, warum schon am morgen, warum so viele, jetzt schon eine Alkoholfahne oder Ähnliches, aufkamen.

Diese soziale Isolierung endet meist so, dass der Betroffene zu Hause alleine trinkt, weil er sich schämt, aber keinen Ausweg sieht. Die Einsicht, sich als krank anzusehen, wird lange verdrängt, weil es augenscheinlich immer noch Alkoholiker gibt, die noch tiefer in der Alkoholabhängigkeit stecken.

Hilfe durch einen Arzt, Psychologen oder der Selbsthilfe wird oft erst dann in Anspruch genommen, wenn es schon Folgeerkrankungen durch den regelmäßigen Alkoholkonsum gibt.

 

Sicherlich ist für viele Betroffene die Scham um Hilfe zu bitten, sehr groß, aber kaum einer schafft es, ohne Hilfe von anderen Menschen, ein Ausstieg aus der Alkoholabhängigkeit zu finden. Die Selbsthilfe ist auch deshalb so wichtig, weil man unter Gleichgesinnten ist und sich nicht zu schämen brauch.

 


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